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Strategische BATNA-Planung bringt mehr Umsatz für Projektverkäufer


Verkaufen im Projektgeschäft ist kein Kaffeeklatsch. Es ist ein Schachspiel auf höchstem Niveau, bei dem die Gegenseite versucht, deinen Profit anzugreifen.

Wer ohne Plan in die Preisverhandlung geht, hat bereits verloren. Viele Verkäufer scheitern nicht an mangelndem Talent, sondern an ihrer Abhängigkeit vom Abschluss. Sie sind "bedürftig" – und Bedürftigkeit ist der sicherste Weg in die Preisspirale nach unten.

Wenn du nicht weißt, wann du aufstehen kannst, wirst du niemals den Preis diktieren, den deine Arbeit wert ist.

Die BATNA (Best Alternative to a Negotiated Agreement) ist nicht nur eine Theorie aus Harvard; sie ist dein Schutzschild und dein schärfstes Schwert.

Wer seine Alternativen kennt, braucht keine Rabatt-Spielchen. Wer seine Alternativen kennt, gewinnt.

 

Das Ende der Bedürftigkeit: Warum deine BATNA der wichtigste Hebel ist


Die meisten Verkäufer betrachten die BATNA als einen theoretischen Notfallplan. Das ist der Fehler, der sie den Bonus kostet.

Deine BATNA bestimmt dein Verhalten am Verhandlungstisch. Wenn du nur einen Kunden in der Pipeline hast, bist du ein Bittsteller.

Hast du drei weitere, qualifizierte Anfragen auf dem Tisch, wirst du zum Berater, der sich seinen Kunden aussucht.

Laut einer Untersuchung von Objective Management Group (OMG), die über 2,3 Millionen Vertriebsprofis analysiert hat, besitzen weniger als 20 % der Verkäufer die notwendige psychologische Stärke, um eine Verhandlung zu verlassen, wenn die Bedingungen nicht stimmen.

Diese 20 % sind diejenigen, die das meiste Geld verdienen. Der Rest lässt sich von Einkäufern über den Tisch ziehen, weil sie Angst haben, das Projekt zu verlieren.
Auch Einkäufer haben eine BATNA ...

 

Strategische Planung: So definierst du deine Position


Die Stärke deiner BATNA ist direkt proportional zu deinem Umsatz. Wenn du deine Alternativen nicht präzise quantifiziert hast, verhandelst du im Blindflug.

Eine solide Vorbereitung folgt diesem Prozess:

  1. Identifikation der Alternativen:
    Was passiert wirklich, wenn dieser Abschluss heute nicht zustande kommt?
    Ist es der Verlust des Budgets? Oder hast du 15 % mehr Kapazität für einen anderen Kunden, der deutlich höhere Margen abwirft?
    (Quelle: Harvard Program on Negotiation betont, dass die Qualität deiner BATNA die absolute Untergrenze für jedes Zugeständnis definiert).

  2. Bewertung deiner Hebel:
    Ein Projektverkäufer ohne Alternativen ist wertlos.
    Baue dir eine Pipeline auf, die so robust ist, dass dir der Verlust eines einzelnen Deals nicht den Schlaf raubt.

  3. Die BATNA des Gegenübers einschätzen:
    Dein Kunde hat ebenfalls Optionen. Wenn dein Kunde glaubt, du bist sein einziger Lieferant, verlierst du.
    Deine Aufgabe ist es, den Marktwert deiner Lösung so zu positionieren, dass die Alternativen des Kunden (z.B. In-House-Lösungen oder Billig-Wettbewerber) als risikoreich und teuer erscheinen.

Zahlen lügen nicht: Der ökonomische Mehrwert

 

Warum solltest du dir die Mühe machen? Weil die Datenlage eindeutig ist.

Laut einer Studie von McKinsey & Company können Unternehmen, die ihre Preisgestaltung und Verhandlungsstrategie auf Basis von Daten und Alternativen optimieren, ihre Gewinnmarge um 3 bis 5 Prozentpunkte steigern. In einem Projektgeschäft mit Millionenvolumen ist das der Unterschied zwischen einem guten und einem exzellenten Jahr.

Die psychologische Wirkung ist noch massiver:

Wenn du weißt, dass du aufstehen kannst, ändert sich deine Körpersprache, deine Stimmlage und deine Argumentation. Du wirst souverän.

Souveränität führt zu mehr Abschlüssen bei gleichzeitig höherer Marge, weil der Kunde merkt, dass er dich nicht unter Druck setzen kann.

 

Disziplin schlägt Taktik


Jeder kann ein Angebot schreiben. Aber die wenigsten sind bereit, die Vorarbeit zu leisten.
Den Markt zu scannen, die Pipeline mit Alternativen zu füllen und den "Walk-Away-Point"  bereits vor dem ersten Meeting messerscharf zu definieren – das ist harte, unangenehme Arbeit. Viele drücken sich davor.

Wenn du heute anfängst, deine BATNA nicht mehr nur zu "haben", sondern sie aktiv zu stärken, wirst du in sechs Monaten eine völlig andere Liga der Verhandlung führen.

 

Dein Schlachtplan: 5 Aufgaben für die sofortige Umsetzung

  1. Status-Quo-Analyse:
    Liste deine drei aktuell wichtigsten Projekte auf. Schreibe für jedes Projekt exakt auf, was du tust, wenn der Kunde heute absagt.
    Wenn deine Antwort „dann habe ich ein Problem“ lautet, hast du keine BATNA.
    Deine erste Aufgabe ist es, diese Lücke durch Kaltakquise oder Lead-Generierung zu schließen.

  2. Walk-Away-Point festlegen:
    Definiere für jedes laufende Projekt den Preis, bei dem du den Raum verlässt. Schreibe ihn auf einen Zettel und lege ihn in deine Verhandlungsmappe.

  3. Pipeline-Review:
    Investiere heute 60 Minuten in deine Pipeline. Wie viele Leads brauchst du, um bei 30 % Abschlussquote einen Deal abzulehnen?
    Identifiziere die fehlenden Leads und plane die Akquise-Zeitblöcke für die nächste Woche.

  4. Value-Proofing:
    Erstelle eine Liste mit drei Argumenten, warum deine Lösung für den Kunden das geringste Risiko darstellt (im Vergleich zu seinen Alternativen).

  5. Mentale Härte:
    Übe die Ablehnung. Wenn ein Kunde unrealistische Forderungen stellt, lehne höflich, aber bestimmt ab.
    Beobachte, wie der Kunde reagiert, wenn er merkt, dass du dich nicht verbiegen lässt.

Schlusswort


Erfolg im Projektverkauf ist kein Zufall.
Es ist das Resultat einer kalten, kalkulierten Vorbereitung. Die BATNA ist nicht dein Notausgang, sie ist das Fundament deines Erfolgs.

Jetzt die unbequeme Frage:
Bist du heute deshalb so gestresst, weil der Kunde so schwierig ist, oder weil du tief in deinem Inneren weißt, dass du keine Alternative hast und dir dein Versagen bei diesem Deal nicht leisten kannst? Deine Antwort entscheidet über deine Zukunft.


Weiterführende Ressourcen


Heute noch einen Blogartikel lesen ... gegen die eigenen Widerstände,
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Mein Name ist Claus Angerhofer - seit 30 Jahren im Dienste der Industrie als Experte für Technologie und B2B Preisverhandlungen

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