Vergessen Sie die Ausrede, der Markt sei zu umkämpft für Preiserhöhungen. Wenn Ihre Margen unter Druck stehen, liegt das nicht am Wettbewerb, sondern an Ihrer Unfähigkeit, den Wert Ihres Angebots
neu zu konfigurieren. Im B2B-Vertrieb ist „Shrinkflation“ – also die subtile Anpassung von
Leistungsumfängen bei gleichbleibenden oder steigenden Preisen – keine Täuschung, sondern eine mathematische Notwendigkeit zur Sicherung Ihrer Profitabilität.
Wer im Vertrieb die Extrameile gehen will, hört auf zu jammern und beginnt zu kalkulieren. Ihr Ziel ist nicht, Kunden zu verlieren, sondern das Wertverhältnis so zu kalibrieren, dass Ihre Marge
wächst, ohne dass das Geschäftsmodell kollabiert. Hier ist der Schlachtplan.
Die Psychologie des Preises vs. den Nutzenwert
Der Durchschnittsverkäufer scheitert, weil er über den Preis spricht. Der High-Performer spricht über den Output.
Bei der Shrinkflation im B2B-Bereich geht es darum, die „Leistungsdichte“ zu optimieren.
Laut einer Studie von Simon-Kucher & Partners (Global Pricing Study 2023) geben 72% der Unternehmen an, dass die Preismacht ihr wichtigster Hebel zur Gewinnsteigerung ist.
Die Botschaft ist klar: Wer bei Produktanpassungen zögert, lässt bares Geld auf der Straße liegen.
Wenn Sie den Umfang Ihrer Services oder Produktfeatures leicht reduzieren, während Sie den Preis beibehalten, reagieren Sie auf gestiegene Betriebskosten.
Der Fehler liegt darin, dies ohne Kommunikation zu tun. Sie müssen die Anpassung als „Fokussierung auf das Wesentliche“ framen.
Strategische Umsetzung: Von der Masse zur Marge
Sie müssen Ihre Kunden nach Profitabilität segmentieren. Nicht jeder Kunde verdient den gleichen Umfang.
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Leistungsanalyse:
Analysieren Sie Ihre Top-20-Kunden. Welche Services ziehen die meisten Ressourcen, ohne signifikant zum Ergebnis beizutragen?
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Entbündelung:
Trennen Sie Premium-Features von der Basis-Leistung. Machen Sie diese optional.
Damit senken Sie Ihre internen Kosten und öffnen den Weg für Up-Selling-Potenzial.
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Die Anpassung als Upgrade verkaufen:
Wenn Sie beispielsweise bei einem SaaS-Modell den Speicherplatz oder die Anzahl der User-Logins im Standardpaket moderat anpassen, kommunizieren Sie dies nicht als Einschränkung, sondern als „Sicherheits- und Performance-Optimierung durch effizientere Infrastruktur“.
Laut McKinsey & Company können Unternehmen, die ihre Preisstrategien konsequent an den Wert binden, eine EBITDA-Marge erzielen, die um 3 bis 5 Prozentpunkte über dem Branchendurchschnitt liegt (Quelle: McKinsey: The Power of Pricing, 2022).
Das ist der Unterschied zwischen einem guten Vertriebler und einer Legende in den Geschäftszahlen.
Kommunikation: Klarheit statt Ausreden
Wenn Sie die Leistung anpassen, müssen Sie es direkt kommunizieren. Ein High-Performer versteckt sich nicht hinter verschachtelten AGBs.
Sie rufen den Kunden an. Sie erklären: „Wir haben unsere Prozesse auf Effizienz getrimmt, um Ihre Preise stabil zu halten, während unsere eigenen Vorlieferkosten um 12% gestiegen sind“ (Daten
basierend auf dem B2B Pulse Report von McKinsey, welcher die steigende Relevanz von Transparenz bei Preisverhandlungen unterstreicht).
Kunden akzeptieren Anpassungen, wenn sie den Kontext verstehen. Wer keine Argumente liefert, ist austauschbar.
Wer Mehrwert im Kontext der Preisstabilität liefert, ist ein Partner.
Die mathematische Disziplin
Sie müssen Ihre Zahlen kennen. Jede Änderung am Produktumfang muss durch eine Deckungsbeitragsrechnung validiert werden. Wenn Sie die Leistung um 5% kürzen und den Preis halten, steigt Ihr
Deckungsbeitrag signifikant. Rechnen Sie es aus. Wenn Sie diese Rechnung nicht in Sekunden parat haben, wenn der Kunde nachhakt, haben Sie den Deal bereits verloren.
Action Steps: Umsetzung heute noch
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Profitabilitäts-Check:
Listen Sie Ihre 10 margenschwächsten Verträge auf. Identifizieren Sie bei jedem dieser Kunden einen Leistungsbaustein, der keine Kernanforderung darstellt.
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Kostenstellen-Analyse:
Identifizieren Sie eine „kostenintensive Nebenleistung“, die Sie ab morgen als kostenpflichtige Zusatzoption (Add-on) definieren.
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Skript-Vorbereitung:
Schreiben Sie ein Argumentations-Skript für die Kommunikation. Fokus: „Wir optimieren unser Modell für Ihre langfristige Stabilität“.
Kein Weichspülen, keine Rechtfertigung.
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Daten-Check:
Vergleichen Sie Ihre aktuelle Bruttomarge mit dem Branchendurchschnitt.
Setzen Sie sich ein Ziel von +2% innerhalb des nächsten Quartals durch gezielte Wert-Anpassungen.
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Anruf-Quote:
Kontaktieren Sie zwei Kunden, bei denen Sie die Konditionen für das nächste Jahr anpassen, und führen Sie das Gespräch noch vor Feierabend.
Fazit
Die Anpassung des Leistungsumfangs ist eine chirurgische Maßnahme, kein Fehler im System. Sie ist das Werkzeug, mit dem Sie Ihre Profitabilität gegen die Inflation verteidigen. Wenn Sie Angst
haben, diese Gespräche zu führen, sind Sie im falschen Job. High-Performance bedeutet, den Marktwert konsequent durchzusetzen.
Eine unbequeme Frage zum Schluss:
Wie viel Umsatz haben Sie in den letzten sechs Monaten „verschenkt“, nur weil Sie zu feige waren, Ihrem Kunden zu erklären, dass Ihre Leistung einen festen Preis hat und der Umfang keine
Einbahnstraße für kostenlose Extrawünsche ist?
Weiterführende Ressourcen
- McKinsey & Company: The Power of Pricing
- Simon-Kucher & Partners: Global Pricing Study 2025
- Harvard Business Review: Managing Price Increases in Inflationary Times
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